SZBZ Sindelfingen. Jährlich 400 000 neue Wohnungen, davon 100 000 Sozialwohnungen zu bauen: So lautet das große Ziel der Bundesregierung für 2023. Bei diesen Ankündigungen von Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) und Bundesklimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) können Sandra Adler und Dietmar Loeser von der Sindelfinger Finanzierungsdesign GmbH nur müde lächeln. „Hier liegt noch einiges im Argen“, so Sandra Adler.

Als Beispiel nennt sie den Fall einer Antragstellerin und ihrer Familie auf ein BW-Z15-Darlehen. „Wir unterstützen Sie als Familie in Baden-Württemberg mit besonders günstigen Baufinanzierungen. Je mehr Kinder Sie haben, desto größer fällt der Immobilien-kredit aus“, wirbt die L-Bank für das Darlehen. Letztes Jahr im November 2022 hat die Antragstellerin mit Unterstützung des Landratsamts die Unterlagen für das BW-Z15-Darlehen ausgefüllt und zugeschickt für die Förderung des Wohneigentums. „Seitdem hängen sie völlig in der Luft“, hat Sandra Adler kein Verständnis.

Alle Voraussetzungen erfüllt

Folgende Antwort erhielt die junge Familie von der L-Bank: „Ihr Antrag auf Wohnbauförderung wurde von uns geprüft. Nach derzeitigem Sachstand sind alle Voraussetzungen für eine Bewilligung erfüllt. Die für das Haushaltsjahr 2022 zur Verfügung stehenden Gelder sind leider vollständig mit Anträgen belegt. Soweit Ihr Antrag daher nicht bewilligt werden konnte, kann Ihr Antrag im Haushaltsjahr 2023 berücksichtigt werden. Für das Programm des Landes zur Förderung des sozialen Wohnbaus stehen 2023 nochmals erhöhte Förder-mittel zur Verfügung. Leider wurden aber die im Bundeshaushalt für die soziale Wohnraumförderung der Länder im laufenden Jahr vorgesehenen Finanzhilfen bislang nicht an die Länder ausgereicht.“

Insgesamt ist der baden-württembergische Fördertopf 463 Millionen Euro schwer. „100 Millionen Euro kommen vom Land und sind schon aufgebraucht. 363 Millionen Euro vom Bund, diese stehen noch nicht zur Verfügung und sind noch nicht ans Land überwiesen“, macht Sandra Adler deutlich. „Wann die Fördergelder vom Bund kommen sollen, ist fraglich, und man erhält keine Auskunft. Der Fördertopf steht nicht nur für Z15/Z20-Finanzierung zur Verfügung, sondern auch für sozialen Wohnungsbau und sozialen Mietwohnraum. Fakt ist, dass viele Familien nicht wissen, wie es weitergeht. Die Bewilligung ist durch, aber keine Darle-hensverträge verschickt, und so kann keine Auszahlung stattfinden. Viele springen wegen der Ungewissheit vom Wohnungs- oder Hauskauf wieder ab“, sagt Dietmar Loeser.
Um das Thema auf politischer Ebene zu platzieren, suchen Sandra Adler und Dietmar Loeser den Austausch.„Wir treffen uns hierzu am Samstag mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Marc Biadacz und dem CDU-Landtagsabgeordneten Dr. Matthias Miller. Es kann einfach nicht sein, dass junge Familien hier alleine ge-lassen werden und sich ihren großen Traum von Wohneigentum deshalb nicht erfüllen können“, sagt Sandra Adler.